Es gibt Neuigkeiten aus Finnland und damit meine ich nicht die Ankündigung eines FKK-Karnevals im kommenden Februar sondern ein neues Gesetz, das jedem Einwohner Finnlands das Recht auf einen Breitband-Internetanschluß mit einer Geschwindigkeit von mindestens 1Mb garantiert. Bis zum Jahr 2015 soll sogar eine 100Mb-Verbindung garantiert sein.
“Starting next July, every person in Finland will have the right to a one-megabit broadband connection, says the Ministry of Transport and Communications. Finland is the world’s first country to create laws guaranteeing broadband access.
The government had already decided to make a 100 Mb broadband connection a legal right by the end of 2015. On Wednesday, the Ministry announced the new goal as an intermediary step.
Some variation will be allowed, if connectivity can be arranged through mobile phone networks.”
Vertragsverlängerung = schönes neues Handy zum kleinen Preis
Diese Gleichung galt bisher, aber mittlerweile sind die Mobilfunkanbieter knauserig geworden. Is nix mehr mit einem tollen Handy zum symbolischen Preis. Die wollen jetzt tatsächlich richtig Geld dafür sehen. Im Prinzip kann ich es ja nachvollziehen, dass o2 mir bei einer monatlichen Rechnung von 20,00€ nichts in den Rachen schmeißen will, aber jetzt ist guter Rat natürlich im wahrsten Sinne des Wortes teuer.
Meine Idealvorstellung wäre ein aktuelles Handy mit Android OS, mindestens 100 SMS inklusive und ganz wichtig: Datenflatrate zum Internetsurfen. Das Handy sollte unter 100EUR kosten und die monatlichen Kosten 25EUR nicht überschreiten. Gesprächskosten sind mir ziemlich egal da ich mein Handy zu so ziemlich allem benutze ausser Telefonieren.
o2 bietet das Inklusivpaket mit 100SMS für 25EUR im Monat an. Dazu kommt dann noch das Internetpaket M für 10EUR. Unter diesen Bedingungen wäre das Samsung Galaxy für knapp 70EUR zu haben. Gar nicht mal so schlecht, aber halt doch etwas über meinem Limit.
Bei e-plus gibt es bisher noch gar keine Android-Telefone. Einzige bezahlbare Alternative wäre hier das LG Arena für 99EUR, von dem ich allerdings nicht so recht überzeugt bin. Beim Tarif Zehnsation wären in den ersten sechs Monaten je 100 Frei-SMS inklusive, danach schlägt jede SMS mit schier unglaublichen 19 Cent zu Buche. Das ist zwar der Standardpreis in Deutschland, in meinen Augen jedoch völlig inakzeptabel. Den Tarif gibt es für 5EUR im Monat. Dazu kommt dann noch eine monatliche Zahlung für’s Handy von 10EUR und die Internet-Flat für 10EUR. Hier käme ich also genau auf mein Limit von 25EUR/Monat, hätte aber ein Handy mit dem ich vielleicht auf Dauer nicht wirklich glücklich werde.
Das HTC Magic wäre ein Handy so richtig nach meinem Geschmack. Vodafone hat es für einen schlanken Euro im Angebot, allerdings gekoppelt mit einem Vertrag für 45EUR im Monat, zumindest für die ersten sechs Monate. Danach werden unglaubliche 55EUR fällig und es sind noch nicht mal unbegrenzt SMS in alle Netze enthalten. War mir nicht so, dass Vodafone gerade sein Lasso nach der “Generation Internet” ausgeworfen hat? Der blanke Hohn bei diesen Angeboten. Außerdem kommt Vodafone aus einem weiteren Grund nicht in Frage. Die waren doch die ersten, die der Zensursula beim Thema Inetrnetzensur in den Arsch gekrochen sind. Bis sie aus diesem wieder herauskommen werden sie ziemlich strampeln müssen.
Bleibt also noch T-Mobile, mit denen ich aber eigentlich auch nichts zu tun haben möchte. Das G1 ist ein tolles Ding, aber auch hier explodieren die Kosten wieder. Sieben Monate lang kostet der Tarif Combi Flat S 35EUR und danach 45EUR. Hier sind zwar alle Gespräche ins Festnetz imklusive, aber SMS in fremde Netze kosten auch wieder 19Cent. Kommt also gar nicht in Frage, auch wenn das G1 nur 1EUR kostet. Zum selben Monatspreis bekommt man übrigens auch schon ein iPhone 3G inklusive 12 Monate lang LIGA total.
Tja, das ist schon nicht so einfach. Wahrscheinlich wird es für mich auf die Alternative “Abwarten” hinauslaufen. Bei Simyo gibt es ein Internetpaket mit 1GB für 10EUR im Monat. Weitere Fixkosten fallen nicht an, jede SMS kostet 9 Cent. Zur Überbrückung sicher ganz attraktiv. Dann warte ich halt noch eine Weile ab und begnüge mich mit meinem SonyEricsson w850i, mit dem ich ausgesprochen zufrieden bin, bis ich auf ein wirklich günstiges Android-Angebot stoße.
…nämlich ab in den Norden. Ich konnte am Freitagmorgen die Tweets kaum zählen, in denen mir euphorisierte Arbeitnehmer mitteilten, dass nun gerade ihr letzter Arbeitstag vor dem Urlaub beginnt. Der alte Kumpel Grumpy treibt sich gerade in Schweden rum, wo er zunächst beim Arvika-Festival war und anschließend zum Hiking nach Nordschweden aufgebrochen ist. Frau und Kinder werden in 12 Tagen zum zweiwöchigen Heimaturlaub nach Finnland düsen und ich hocke hier im zur Zeit so trüben Düsseldorf und darf noch dazu einige urlaubszeitbedingte Extraschichten schieben. Damit hat es dann Anfang August aber auch ein Ende und ich kann zunächst wenigstens gepflegt ein bißchen rumgammeln und anschließend noch eine gute Woche Urlaub mit der Familie genießen.
Fonic bietet Note-/Netbookbesitzern, die sich auch außerhalb kostenfeier WLAN-Netze bewegen, den Fonic-Surfstick an. Mit diesem kann man für schlanke EUR 2,50 einen ganzen Tag lang surfen. Für Nutzer, die nicht ständig ausschließlich auf diese Weise online gehen wollen, ist das ein durchaus attraktives Angebot. Diese Tagesflatrate gilt für einen ganzen Kalendertag (00:00 bis 24:00Uhr). Hier sollte man es also vermeiden erst am späteren Abend online zu gehen. Hat man ein Datenvolumen von 1GB überschritten wird die Geschwindigkeit von HSDPA (3,6 Mbit/sek) auf GPRS (53,6 kbit/sek) gedrosselt. Stundenlanges Videogucken ist somit also nicht möglich. Das ist allerdings nicht der einzige Haken. Der Surfstick selber schlägt nämlich mit knapp EUR 80,00 zu Buche. Ich habe zur Zeit die Möglichkeit den Fonic-Stick zu testen. Also mal schauen.
Die Installation der Software namens Mobile Partner, die auf dem Stick mitgeliefert wird, verlief zügig und problemlos, ebenso die Freischaltung der SIM-Karte. Die Verbindungsgeschwindigkeit liegt bei 3,6 MB/Sekunde, was tatsächlich ausreichend erscheint auch wenn man beiselsweise Videos abruft. Probleme mit der Erreichbarkeit des o2-Netzes, das der Fonic-Stick benutzt, hatte ich nicht, was der durchweg guten Abdeckung in Düsseldorf zuzurechnen ist. Somit bin ich schnell zu dem Fazit gekommen, dass Fonic hier ein praktikables Produkt anbietet. Nun stellt sich allerdings noch die Frage wie denn eigentlich die Zielgruppe aussieht. Tatsächlich bin ich darauf aus, möglichst immer Zugriff auf einen Internetzugang zu haben. Zuhause ist das dank DSL via WLAN selbstredend gewährleistet und wenn ich unterwegs bin nutze ich mein Handy mit dem komfortablen Opera Mini. Damit kann ich meine Emails abrufen, Tweets empfangen und habe Zugriff auf quasi all die Internetseiten, die auch zuhause zu meinen Favoriten gehören. Ich denke, ich komme zu selten in die Verlegenheit mit meinem Eee-PC an einem Ort zu sein, an dem ich kein WLAN finde und es nicht ausreichend wäre, mein Handy zu bemühen. Die Tagesrate von EUR 2,50 ist für Wenignutzer absolut attraktiv, aber die Anschaffungskosten des Sticks liegen dann letztlich doch weit außerhalb des für mich persönlich akzeptablen Bereichs. Schade eigentlich denn von dem Fonic-Surfstick an sich bin ich letztlich doch sehr angetan.
Dass ich das noch erleben darf. Fortuna ist Weltmeister. Oder so ähnlich. Komisch, als Fortuna 1995 in die erste Liga aufstieg, war längst nicht so ein Bohei in der Stadt. Wird wohl an diesem allgemeinen Fußball-Hype liegen, der seit einigen Jahren ausgebrochen ist und mich vornehmlich auf die Plätze der Amateurligen, sei es zu TuRU oder Fortuna II, vertrieb.
Trotzdem wäre ich gestern natürlich gerne dabei gewesen, allein mein Dienstplan war dagegen. Zum Glück hatten einige Fortunesen ihren Camcorder mit und so kann ich wenigstens per youtube ein wenig von der offensichtlich famosen Stimmung erahnen:
Einziger Wermutstropfen an diesem Aufstieg sind die nicht zu unterschätzenden Folgekosten, die nun auf mich zukommen. Das Premiere-Fußball-Abo muß nun unbedingt beibehalten werden und um den Erwerb des Spiels FIFA 10, dann endlich mit Fortuna, werde ich wohl auch nicht herumkommen.
Den Stellenwert des ESC in Deutschland kann man mal wieder daran erkennen, dass das zweite Semifinale nicht live übertragen wurde. Seit gestern wird mich Inkki vermutlich nie wieder fragen wofür wir ein Digital-TV-Paket mit ca. 200 Programmen brauchen, rettete uns doch der montenegrinische Sender RTCG SAT mit seiner Liveübertragung den Abend.
Die Qualität des zweiten Semis fiel dann doch etwas gegenüber der Veranstaltung vom Dienstag ab, aber auch gestern setzten sich letztlich in den meisten Fällen die besten Beiträge durch. Hier nun also die Übersicht über die Acts, die morgen im Finale antreten werden:
NORWEGEN
Alexander Rybak - Fairytale
Schon vor Beginn der ESC-Woche war Norwegen der große Favorit bei den Buchmachern und auch nach dem Semifinale hat sich daran nichts geändert. Glaubt man den aktuellen Quoten kann es nur diesen Sieger geben. Ich kann das allerdings nicht so ganz nachvollziehen. Der Knabe grinst die ganze Zeit grenzdebil in die Kamera und stimmlich ist er auch nicht durchgehend auf der Höhe. Sowohl das Arrangement als auch die Inszenierung rufen bei mir übelste Ralf-Siegel-Assoziationen wach.
Prognose:
Alle Welt schimpft jedes Jahr über die Nachbarschaftsvotings des Balkans, dabei sind die nordeuropäischen Länder die wahren Klüngel-Könige. Ich würde eine ordentliche Summe darauf setzten, dass Alexander Rybak von ICE, SWE, DEN und FIN die Höchstwertung erhalten wird. Wahrscheinlich stehe ich mit meinem Geschmack eh wieder mal recht alleine da und Norwegen landet zwischen Platz 1 und 3.
ESTLAND
Urban Symphony - Rändajad
Zu schön um wahr zu sein! Lied, Inszenierung, Gesang, Sängerin, alles wunderschön. Das hat Stil, das hat Klasse und man kann den Estinnen gar nicht hoch genug anrechnen, dass sie darauf verzichtet haben eine englische Version zu präsentieren. Ich hatte schon befürchtet, ich würde 2009 keinen Song finden, dem ich von ganzem Herzen die Daumen drücken kann, aber hier ist er nun endlich.
Prognose:
Estland könnte davon profitieren, dass das Ergebnis in diesem Jahr zu 50% von Juries bestimmt wird. Die werden hier sicher nicht mit Punkten geizen, während es beim Televoter vermutlich eher etwas untergehen wird. Es spricht also einiges für Platz 8 bis 12.
ALBANIEN
Kejsi Tola - Carry Me In Your Dreams
Das ist eine ganz gewöhnliche, wahlweise auch ordinäre, Uptempo-Dance-Nummer. Gegen den Song kann man eigentlich wenig sagen. ESC-Standardware wie sie seit einigen Jahren im Sortiment ist.So richtig mies ist allerdings die Choreographie. Ist dieser grüne Heini bei der Blue-Man-Group rausgeflogen und versucht sich nun in Albanien als Green-One-Man-Group eine neue Existenz aufzubauen?Echt unterirdisch.
Prognose:
Es gibt 2009 einige wesentlich stärkere Disconummern im Angebot. Albanien wird da kaum eine Chance haben postiv aus dem Rahmen zu fallen. Vermutlich irgendwo zwischen Platz 16 und 20.
LITAUEN
Sasha Son - Love
Dass Litauen ins Finale gekommen ist hat mich schon ziemlich überrascht. Für meinen Geschmack ist das Lied genauso nichtssagend wie sein Titel. Auch der Auftritt läßt jede Art von Höhepunkten vermissen. Tut keinem weh, haut keinen aus dem Sessel.
Prognose:
Zu unauffällig. Litauen wird gerechterweise völlig ignoriert werden und auf Platz 20 bis 25 landen. (Wahrscheinlich meine Fehleinschätzung des Jahres)
KROATIEN
Igor Cukrov - Lijepa Tena
Noch typischer geht es ja kaum. Eine Balkanballade, deren Reiz sich dem gemeinen Mittel- bis Nordeuropäer nie erschließen wird. Schwermütig in der Grundstimmung und schwerfällig in der Interpretation. Mich hat es trotzdem nicht überrascht, dass Kroatien damit das Finale erreicht hat.
Prognose:
Ganz leer ausgehen wird Kroatien wohl nie. Die Gründe dafür sind hinlänglich bekannt. Für einen großen Wurf kann dieser Langweiler aber auch nicht taugen. Platz 12 bis 18.
GRIECHENLAND
Sakis Rouvas - This Is Our Night
Will man einen Griechen in hormonellen Ausnahmezustand bringen, reicht es völlig den Namen Sakis Rouvas zu erwähnen. Dies gilt in aller Regel für Weiblein und Männlein gleichermaßen. Man beachte nur mal das Stöhnen der Kommentatorin am Ende des Videos. Dabei muß es sich um ein nationales Phönomen handeln, das rational nicht zu erklären ist. Hier sehen wir einen in die Jahre gekommenen McFit-Stammkunden mit einer ausgeprägten narzisstischen Ader, der seine Übungsstunde auf die ESC-Bühne verleg hat. Nebenbei, aber wirklich nur ganz nebenbei, singt er auch noch ein Liedchen, das in seiner ganzen Belanglosigkeit fast schon wieder naiv-sympathisch rüberkommt.
Prognose:
Alles andere als der Sieg wäre für Griechenland vermutlich eine nationale Katastrophe. Wie man mit minderwertigen Auftritten zu großem Ruhm gelangen kann haben die hellenischen Fussballer ja vor fünf Jahren bewiesen. Ganz so ungerecht wird das Finale aber nicht enden. Griechenland darf sich für einen viel zu guten Platz zwischen 4 und 8 bedanken.
ASERBAIDSCHAN
AySel & Arash - Always
Mal wieder Ethno-Pop und somit auch ein ganz ähnliches Problem wie es auch die Türkei, Albanien und Moldawien haben werden. Das Thema ist ausgelutscht und der aserbaidschanische Beitrag tut auch nichts um daran etwas zu ändern. Die Bühnenpräsentation ist recht auffällig, Arashs Gesang ebenfalls. Während die Show jedoch durchaus zu gefallen weiss, müsste man bei der gesanglichen Darbietung schon beide Ohrmuscheln zudrücken um zu einem ähnlich positiven Urteil zu kommen.
Prognose:
Arash hat einen guten Namen in Nord- und Südosteuropa. Das ist schon mal eine gesunde Basis um wenigstens einen guten Mttelfeldplatz zu erreichen. Im Allgemeinen wird Aserbaidschan durchaus zum erweiterten Favoritenkreis gerechnet. Dem kann ich mich aber nicht anschließen. Platz 8 bis 12.
DÄNEMARK
Niels Brinck - Believe Again
Das ist er nun also, der von Ronan Keating (mit-)komponierte Titel. Hört man natürlich sofort, leider, würde ich sagen. Man könnte ja fast meinen, wir wären hier beim fröhlichen Song-Nachsingen wie bei DSDS. Niels Brinck hätte es bei einem solchen Wettbewerb allerdings nicht sehr weit gebracht. Gesanglich äußerst grenzwertig.
Prognose:
Ein Kandidat für die hinteren Plätze, zumal sich die hohen Wertungen der anderen Nordländer eher auf Norwegen und Island aufteilen werden. Platz 18 bis 22.
MOLDAWIEN
Nelly Ciobanu - Hora Din Moldova
Und noch mal Ethnopop, hier aber doch um einiges origineller als bei den anderen Verdächtigen. Das hat durchaus Drive und kommt sympathisch rüber. Die Sängerin ist ein heißer Feger, wie man zu meiner Zeit gesagt hätte und die Choreographie ist auch ziemlich ansprechend.
Prognose:
Das sollte eigentlich zünden und Moldawien einen guten Platz zwischen 10 und 14 sichern.
UKRAINE
Svetlana Loboda - Be My Valentine
Zu guter Letzt nun also mein heißer Favorit auf den Sieg. Der Song hat absolut internationales Format und hätte nahezu weltweit Chancen sich in den Charts zu platzieren. Auf der Bühne ist mächtig was los, ein Auftritt, an den sich jeder Zuschauer noch lange erinnern wird wenn er an den ESC-Jahrgang 2009 denkt. Hier ist dann aber auch schon der erste Kritikpunkt zu finden. Möglicherweise ist die Show zu überladen. Darüber hinaus ist die Sängerin nun nicht gerade eine absolute Sympathieträgerin. Mir macht sie ehrlich gesagt ein wenig Angst. Trotzdem: der Song ist top und das offizielle Video ist noch beeindruckender als der Liveauftritt.
Prognose:
Würde das Televoting immer noch 100% des Ergebnisses ausmachen, wäre ich mir ganz sicher, dass die Ukraine in diesem Jahr gewinnt. Nun kommen allerdings noch die Juries ins Spiel und die werden ihre Favoriten vermutlich eher woanders finden, beispielsweise in Norwegen. Ich tippe trotzdem auf Platz 1 bis 2.
Hat nicht jeder irgendein dunkles Geheimnis? Meines ist dem längjährigen Stammleser längst bekannt, allen anderen sei es nun offenbart: Ja, ich bin Fan des Eurovision Song Contests!
In dieser Woche findet mein alljährliches Highlight in Moskau statt. Seit über einer Woche laufen die Proben und am gestrigen Abend stand der erste Höhepunkt auf dem Programm, das erste Halbfinale. Achtzehn Länder traten an, von denen letztlich zehn das Finale erreichten. Hier nun also mal ein kleiner Rückblick auf den Abend und gleichzeitig ein Ausblick auf das Grande Finale.
ISLAND
Yohanna - Is It True?
Eine klassische Pop-Ballade, die niemandem weh tut und es einem leicht macht, sie zu mögen. Ein nettes, junges, blondes Mädchen singt ein nettes Lied. Damit kann natürlich nicht viel schiefgehen. Aber muß man eine 18-jährige in ein solch tantenhaftes Kleid stecken? Abzüge dafür. Da Yohanna jedoch einen fehlerfreien Auftritt hinlegte hat sie es erwartungsgemäß ins Finale geschafft.
Prognose:
Für ganz vorne wird es nicht reichen. Gerade aus den skandinavischen Ländern wird es jedoch reichlich Punkte geben. Daher sehe ich Island zwischen Platz 8 und 12.
PORTUGAL
Flor-de-Lis - Todas as ruas do amor
Portugal scheint sich zu so etwas wie meinem Lieblingsland zu entwickeln. Im letzten Jahr bereits top mit einem pathetischen und melancholischen Song, in diesem Jahr nun deutlich beschwingter und, was ich besonders schätze, auch wieder auf Portugiesisch. Ein richtiger Gute-Laune-Song, der besonders durch die sympathische Sängerin gewinnt.
Prognose:
Im letzten Jahr kam Portugal mit einem stärkeren Song nur auf Platz 13, also tippe ich hier mal auf Platz 15 bis 20.
RUMÄNIEN
Elena Gheorghe - The Balkan Girls
Solch eine Trash-Nummer gehört wohl irgendwie dazu. Billige Osteuropäerin im billigen Fummel trällert ein billiges Liedchen. Das könnte man durchaus hassen, man kann es allerdings auch als stimmiges Gesamtpaket ansehen und sich mal unter dem eigenen Niveau amüsieren.
Prognose:
In gewissen Regionen Europas gibt es sicher Liebhaber für solch eine Nummer. Der Rest wird sich angewidert abwenden. Ich tippe auf Platz 16 bis 20.
TÜRKEI
Hadise - Düm tek tek
Hier hört man natürlich sofort Sertab Erener durchklingen und auch etwas von Helena Paparizou. Das sind immerhin beides Winner-Songs, also keine schlechte Idee, sich da etwas anzulehnen. Ich könnte mir allerdings vorstellen, dass dieser Beitrag ein paar Jährchen zu spät kommt. Vielleicht hat man sich an diesem Motiv doch langsam satt gehört?
Prognose:
Ein Fall für die Top Ten ist es mit Sicherheit, für ganz oben wird es aber nicht reichen. Wenn ich mich etwas genauer festlegen soll, dann sage ich mal Platz 6 bis 10.
BOSNIEN-HERZEGOWINA
Regina - Bistra voda
Regina aus Bosnien? Da denkt man doch direkt an hochhackige Stiefel und wuchernde Schambehaarung. So schlimm ist es dann aber doch nicht, denn Regina ist eine vierköpfige Band, die hier beweist, wie unendlich lang doch drei Minuten sein können. Das Lied kommt überhaupt nicht in die Gänge und es erfordert einiges an Durchhaltevermögen es sich bis zum Ende anzuhören. Positiv anzumerken bleibt jedoch der stimmige Auftritt.
Prognose:
Ich will nicht wieder auf dem Argument der Nachbarschaftsvotings herumreiten, aber auf einige Punkte aus den Nachbarländern kann sich Bosnien mit Sicherheit freuen. Letztlich könnte der Beitrag als Dark Horse ziemlich weit vorne landen, realistisch schätze ich aber eher, dass er auf Platz 6 bis 10 landen wird.
ARMENIEN
Inga & Anush - Jan Jan
Inga und wer??? Inga und Anush??? Anush!!! Okay, okay, ich beruhige mich schon wieder. Dieser Song ist sicher nichts für jedes sensible westeuropäische Ohr, mir gefällt er aber überraschenderweise ziemlich gut. Der ist irgendwie sehr authentisch. So stelle ich mir Popmusik aus Armenien vor und es ist ja immer angenehm wenn ein bestehendes Klischee bestätigt wird. Die Performance kommt auch ganz gut, auch wenn Inga und Anush(!!!) nun nicht gerade Schönheiten im klassischen Sinne sind.
Prognose:
Hier sehe ich leider kaum Chancen auf ein respektables Ergebnis. Ein sensationeller vierter Platz wie im Vorjahr ist jedenfalls ziemlich ausgeschlossen. Platz 18 bis 22.
ISRAEL
Noa & Mira Awad - There Must Be Another Way
Ach ja, diese Israelis. Die haben schon dermaßen viele Friedenshymnen abgeliefert, dass man meinen müsste, Israel wäre der Erfinder des Weltfriedens. Dieses Jahr also eine Jüdin und eine Araberin im Duett. Das ist schön plakativ, macht das Lied aber auch nicht besser. Wenn da an das traumhafte israelische Lied vom letzten Jahr denke; kein Vergleich!
Prognose:
Das kann eigentlich nur auf einen unspektakulären Platz im Mittelfeld hinaus laufen. Platz 12 bis 16.
MALTA
Chiara - What If We
Da ist sie mal wieder. Die unvermeidliche Chiara, die schon einen zweiten und einen dritten Platz gemacht hat. Diesmal soll es nun endlich zum ganz großen Wurf reichen, allerdings mit einer Ballade für die es nur ein Wort gibt: laaaaaaaangweilig. Zu Beginn des Songs offenbarte Chiara übrigens ungewohnte Schwächen. Da hat sie noch reichlich Verbesserungspotential.
Prognose:
Als Kontrastprogramm zu den spärlich bekleideten Hupfdohlen taugt eine dicke Frau jenseits der besten Jahre natürlich immer und darum wird Chiara auch 2009 wieder recht weit vorne landen. Sieg ist nicht ausgeschlossen, Platz 1 bis 6 ziemlich wahrscheinlich. Leider.
SCHWEDEN
Malena Ernman - La Voix
Als versierte Opernsängerin wurde Malena angekündigt. Mag ja sein, aber bei den Pop-Teilen hörte sich das nun wirklich alles andere als überzeugend an. Ganz großartig war allerdings die Inszenierung. Da sieht man direkt, dass die Schweden Profis sind. Der Versuch mit Opern-Pop zu glänzen erscheint mir viel zu kalkuliert, allerdings so kalkuliert, dass es letztlich aufgehen könnte.
Prognose:
Schweden gehört vermutlich zum erweiterten Favoritenkreis. Dass es zum Sieg reicht kann ich mir nicht vorstellen, Platz 3 bis 7 sollte aber möglich sein.
FINNLAND
Waldo’s People - Lose Control
Oh je. Eurodisco lebt. Drei mal Folge hatte es Finnland zuletzt mit Rock versucht, mit beständig abnehmendem Erfolg. Nun also Disco oder zumindest was der gute Waldo dafür hält. Ist der Song schon übel, sollte man wenigstens auf eine professionelle Performance setzen, also so ziemlich das direkte Gegenteil von dem, was hier präsentiert wird. Ein wenig Feuerwerk macht noch keinen imposanten Auftritt und die Ära der brennenden Mülltonnen ist auch definitiv längst vorüber. Wie konnte Finnland mit diesem Beitrag eigentlich ins Finale kommen? Ich kann es mir beim besten Willen nicht erklären.
Prognose:
Im Finale wartet eine ganz andere Konkurrenz als in diesem schwach besetzten Halbfinale. Dementsprechend wird auch die finnische Platzierung aussehen. Mehr als Platz 22 bis 25 erscheint mir ausgeschlossen.